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Lustig zu gehts bei der Senatorentaufe...

Drei Schüler Mitte 60 betreten das Klassenzimmer der Narrenzunft und setzen sich in die Schulbank. Der Schüler Hegge Schänne packt seinen Ranzen aus und legt ein Heft mit nackten Frauen auf den Tisch: „Das ist mein Biologiebuch!“

Die Menge topt und lacht, der Gag kommt an. Markige Sprüche und schlechte, schamlose Witze - Hurra, die fünfte Jahreszeit ist wieder da.

Doch Karneval ist eine ernste Sache und lustig sein will gut geplant sein. Ein Blick ins Skript der Veranstaltung verrät: Gleich kommt Referendar und Moderator Jockel Pfeiffler (seine Vorstellung ist bereits vorgeskriptet: Ein F vor dem Ei und zwei F hinter dem Ei) und der sorgt - so stehts ebenfalls im Skript - schnell für Ordnung - schließlich ist er Jurist und die verstehen auch als Präsident einer Karnevalsgesellschaft keinen Spaß: „Hinsetzen!“ Regieanweisung: Die Schüler setzen sich. „So lässig wird sich nicht hingesetzt! Nochmal von vorne!" Der Saal lacht, das skripten hat sich gelohnt. 

Die „Lehranstalt am Aasee“ ist eine besonders harte Schule. Doch die Schüler Hegge Schänne, Kunibart Künzel und Kraneberg Grätel (ein lustiger Spitzname ist schließlich Pflicht) drücken erfolgreich die Schulbank und erleben am Ende des langatmigen Abends ihre Senatorentaufe – nicht jedoch, ohne vorher in zahlreichen "spaßigen" Prüfungen ihre Tauglichkeit bewiesen zu haben.

Denn vorher müssen die Schüler vor vollem Saal und unter den Augen von Karnevalsprinz Markus II. (welch Ehre, welch Ehre) erstmal zeigen, dass sie ordentlich jodeln, „Bruder Jacob“ im Canon singen und richtig sitzen können, wenn der Klabautermann mit seinen Dreizack und viel Anlauf das Hinterteil der Prüflinge testet. Welch ein Spaß. Man glaubt es kaum.

Gute Noten gibt es nicht von allein und die Schüler müssen sich natürlich irre anstrengen, vor allem beim traditionellen Test des Aasee-Wassers – das selbstverständlich aus einer Korn-Flasche kommt.

Sowieso wird viel getrunken. Die Prüflinge lehren Pils um Pils, Kurzen um Kurzen und der 10jährige Simon darf als Horst Schlemmer ebenfalls mit einem Pils und einem Korn am Tisch sitzen - doch als der "Hausmeister" eine Laudatio hält und dabei schon das ein oder andere Bier intus zu haben scheint, droht die Stimmung im Saal zu kippen: Zu lang dauert seine langweilige Ansprache, zu oft wird sie durchs Trinken und Anstoßen unterbrochen. Die "Show" hängt schon über eine halbe Stunde und langsam wird es selbst den harten Karnevalisten zu langatmig.

Aber irgendwann endet auch die Laudation und als Kunibert als Charlie Brown die Bühne betritt und schlecht playback singt, sind alle wieder zufrieden. Ich persönlich hätte jedoch auf die Präsentation seines nackten Bierbauches verzichten können. Sei´s drum. Schließlich war im Vorfeld schon oft die Rede von Freuden- und Bierlatten. Da hätte es also schlimmer kommen können.

 

Schließlich erhalten alle Kandidaten völlig überraschend doch noch ihre Abschlusszeugnisse. Hegge Schänne, Kunibart Künzel können sich Ehrensenatoren der NZA nennen, Kraneberg Grätel sich Senatorin und der Saal feiert die Ausgezeichneten überschwänglich mit Wunderkerzen, Gesang und Schunkeln, dass es eine Freude ist. Pardon, zu sein scheint. Verstehen kann ich es nicht.

Karneval im Herzen Westfalens. Es gibt bessere Ideen.


11.1.09 20:55
 


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